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Für und Wider Englische Limited

Für und Wider Englische Limited

Seit 2003 beschäftigt viele deutsche Unternehmensgründer die Frage nach der besten Unternehmensform. Die klassische deutsche GmbH hat ausländische Konkurrenz bekommen. Eine Rechtsform, die immer mehr von sich reden macht, ist die Englische Limited. Jeder kann praktisch eine Englische Limited gründen.
Bei oberflächlicher Betrachtungsweise scheint eine Limited Gründung die einfachere und kostengünstigere Version zu sein. Theoretisch braucht es zu einer Limited Gründung ein Englisches Pfund - etwa 1,40 Euro als Stammkapital.
Für eine GmbH sind 25.000 Euro erforderlich. Mindestens die Hälfte ist bei Gründung zwingend nachzuweisen.
Nach einer Studie sind die häufigsten Motive für eine Limited Gründung geringe Gründungskosten, wenig bürokratischer Gründungsaufwand und die kurze Gründungsdauer.
Es hat sich für die Vermittlung von Hilfe bei Limited Gründungen ein regelrechter Markt gebildet. Im Internet kursieren Angebote bereits für 259 Euro eine Limited Gründung durchzuführen. Es muss praktisch kein Stammkapital aufgebracht werden und die Eintragung in das englische Handelsregister geht schnell und ohne Notar vonstatten. Jedoch liegt der Gründungsort ebenfalls in England.
Die gerade gegründete Limited unterliegt englischem Recht mit allen Pflichten, die auch Folgekosten nach sich ziehen. So wird anders als bei der GmbH neben dem Geschäftsführer, dem Director, die Besetzung einer Stelle als Company secretary der Limited verlangt. Sein Gebiet ist die Zusammenarbeit mit den englischen Behörden - natürlich in englischer Sprache. Damit ist zugleich ein bei der GmbH unbekannter Kostenfaktor gegeben.
Bilanz und Jahresbericht sind pünktlich abzugeben - nach englischem Recht und in englischer Sprache. Terminüberschreitungen sind mit empfindlichen Strafen bedroht.
Oftmals weisen Vermittlungsagenturen für Limited Gründung auf die Nachteile nur ungenügend hin.

Peter Piekarz